Unser Dorf im schönen Wurmtal

Müllendorf soll nicht zum Präzedenzfall werden - Kein Geld für die Dorfpumpe

Dorfpumpe
Dorfpumpe wieder an ihrem alten Platz

GEILENKIRCHEN. - Ein wenig spektakulärer Bürgerantrag, bei dem es nicht einmal um Riesenbeträge ging, sorgte am Mittwochabend im Geilenkirchener Haupt- und Finanzausschuss für Aufregung. Mitglieder der Ortsgemeinschaft Müllendorf hatten um einen Zuschuss von 2 000 Mark für die Errichtung der Nachbildung einer historischen Pumpe am Müllendorfer Ehrenmal gebeten. Für die Verwaltung lehnte Stadtdirektor Houben diesen Antrag "aus grundsätzlichen Erwägungen" ab, da er wohl einen Präzedenzfall fürchtete. Er bot an, mit den der Vertretern der Dorfgemeinschaft zu sprechen; um auf andere Finanzierungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Was der Stadtdirektor unausgesprochen ließ, nämlich dass sich Sparkassen oder Banken hervorragend als Spender für solche Projekte eignen, sprach dann SPD-Sprecher Dieter Meurer deutlich aus. Zugleich echauffierte er sich mächtig darüber, dass man "soviel Bohei" wegen einer so lächerlichen Summe mache. Der Vorwurf von CDU-Sprecher Schumacher, Meurer nutzte den Punkt zu Wahlkampf tönen, brachte diesen so sehr auf die Palme, dass die Diskussion in einen heftigen Wortwechsle mündete, der mit dem Bürgerantrag nichts mehr zu tun hatte und der nur mit Antrag auf Schluss der Debatte beendet werden konnte. Für die Müllendorfer blieb es jedenfalls dabei: Sie bekommen zwar ihre 2 000 Mark nicht von der Stadt dafür aber Tips, die ihnen helfen sollen, das Geld zu besorgen. M.H. (Zuschuss zur Dorfpumpe - Schreiben der Stadt Geilenkirchen)

Die Ortsmitte von Müllendorf schmückt wieder eine Pumpe - Dorfgemeinschaft fand finanzielle Hilfe bei der Kreissparkasse

GEILENKIRCHEN-MÜLLENDORF. Bereits vor einigen Jahren begann die Dorfgemeinschaft Müllendorf eine Initiative, eine Art Dorfmittelpunkt zu gestalten, an dem es mangels Kirche oder Dorfplatz fehlte. In Eigenleistung errichtete der nur 153 Seelen zählende Ort- ein Ehrenmal für die Toten beider Weltkriege.

Dorfpumpe
(v. l.) Herr Honings, Herr Cryns, Herr Winkelhorst, L. Kuhn, H. Schiffer

Für das Gelingen dieses Projektes war der Fleiß und die Einsatzbereitschaft der Müllendorfer Bevölkerung entscheidend. Kein Wasser Nun stellt eine Pumpe, der historischen Pumpe nachgebildet, die einst das Wasser für die Dorfbewohner lieferte, an diesem Ort gleichsam das i-Tüpfelchen für den Dorfmittelpunkt dar. Auch die echte Pumpe stand früher an dieser Stelle, nun läuft allerdings kein Wasser mehr durch die zierende Nachbildung. Fördermöglichkeiten des Landes konnten für diese Maßnahme nicht in Anspruch genommen werden, sodass die Dorfgemeinschaft zunächst auch die Mittel für die Nachbildung der historischen Pumpe selbst aufbringen musste.

Auch seitens der Stadt konnte nichts bezuschusst werden, obwohl man sich nach den Worten von Bürgermeister Heinrich Cryns der Bedeutung dieser Anlage für die Ortschaft Müllendorf durchaus bewusst war.

Die daraufhin eingeleiteten intensiven Bemühungen der Stadt; eine Finanzierung auf andere Art und Weise zu ermöglichen, führten schließlich zum Erfolg: Die Kreissparkasse Heinsberg unterstützte die Initiative der Müllendorfer Bürger finanziell und sorgte dadurch für die Fertigstellung des neu eingerichteten Platzes. (Geilenkirchener Zeitung)

Dorfpumpenfest September 1990

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